http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0143
Heims, JLeopoldine Konftantin, Hans Wasmann
iifw. durch die Aufführung von Shakefpeares
„Sommernachtstraum" mit wechfelnder Szenerie
im Garten und am Waffer, an der Treppe
und im Mufikfaal adelte. Wundervoll klang da
Spiel und Wirklichkeit, Darftellerfchaft und
Auditorium, unter dem ßch zwei Königinnen
befanden, zulammen. Es war ein wirklicher
„Sommernachtstraum", aus dem man gar nicht
mehr zur Wirklichkeit zurückkehren mochte,
und in der Tat war das Fell auch nicht am
nächften Morgen zu Ende, fondern währte noch
einige läge. Wie trefflich für alles Sorge getragen
war, illuftriert am bellen die Tatfache,
daß der luftige Schmädel wohlweislich zwei
Prologe vorbereitet hatte: einen für gutes und
einen für fchlechtes Wetter; es feinen aber
die Sonne und fo konnte Marion Lembach den
Schönwetter-Prolog fprechen, während dem
Schlechtwetter-Prolog die Ehre widerfuhr, ins
Hausbuch zu wandern.
In die bitterlte W irklichkeit führte der Krieg das
Murnauer Wefen, Hießen es die Jahre igi4 bis
1918, deren Schickfale, wie ich erwähnte, in Bild
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