http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0267
KARL ARNOLD
SKAT (ZEICHNUNG)
Mancher in der Presse erhobene Vorwurf, daß
unsere Ausstellungen zu gleichförmig würden,
I rill t nicht uns, sondern den beschränkten Raum.
Wir konnten die frühere Praxis, aus anderen
Kunststädten charakteristische Werke zu holen,
schon wegen der schwierigen Raum- und Transportverhältnisse
nicht erweitern. Unsere ganze
En t wicklung verlief ja in der schwierigen Kriegsund
der noch schwereren Nachkriegszeit. Wir
konnten uns bisher nie frei bewegen.
Trotzdem, so will es uns scheinen, ist es gelungen
, auf engem Raum ein treues, nach allen
Seiten bezeichnendes Bild der Ideen zu gehen,
die die Künstler in den letzten Jahren bewegten.
Das allein ist die Aufgabe der Ausstellungen.
Wir haben nicht die Eitelkeit, die Kunst
unserer Zeit korrigieren zu wollen, weil wir zuviel
Respekt vor der Kunst haben. Dieser Respekt
hindert uns aber auch, jedes Jahr eine
Messe mit neuen Mustern dem erstaunten Publikum
zu bieten.
Zehn Jahre nach jener ersten Ausstellung im
Kunstvereiii sind wir dort, unter besseren
Auspizien, wieder zu Gast. In dieser Ausstellung
hängen die Bilder, deren Reproduktionen
unseren Bericht begleiten.
Die Kunst für Alle. XXXX.
2.7
28
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0267