http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0333
JAMES ENSOR
PIERROT UND SKELETTE
weitert heute meist viel mehr den Kreis der
Freunde. — Das erfuhr auch Ensor, als die sehr
zu rühmende Zeitschrift „La Plume" im Jahre
1899 ein Ensorheft herausgebracht hatte.
Die besten literarischen Landsleute Ensors kamen
darin zu Wort, aber auch diese Publikation
hat nicht die hämischen Feinde des Malers zum
Schweigen, hat die neidischen Schweiger nicht
zur öffentlichen Anerkennung seiner Größe
zwingen können; aber eine Glorifikation Ensors
von wohltätigster Wirkung war sie doch.
Ganz langsam wuchs der Kreis des großen belgischen
Malers. Als aber in Brüssel 1920 die
große Ausstellung des ganzen Werkes Ensors
veranstaltet wurde, war das ein Künstlerfest im
wahrsten Sinne des W ortes. Die Begeisterung
der künstlerischen Jugend kannte keine Grenzen
und drei Tage soll das Fest gedauert haben.
— Nun ist er kein Einsamer, kein Unverstandener
mehr, — nun ist er ein wirklich berühmter
und gefeierter Mann seines Landes — ja der
künstlerischen Welt.....
So weit folge ich den höchst interessanten Mitteilungen
und Ausführungen I„e Roys, dessen
Werk ein literarisches Monument darstellt, zu
dem auch wir den Künstler und die niederländische
Kunstwelt herzlich beglückwünschen.
Das Werk Le Roys gibt uns erfreulicherweise
eine ganze Reihe von Selbs tbildnissen des Künstlers
und eine höchst lebendige Photographie von
ihm nach dem Leben. Aufrecht, fast abweisend,
frei von jedem Bemühen, für sich zu werben
oder gar zu gefallen, ist seine Erscheinung durchaus
entsprechend seiner aufrechten künstlerischen
Haltung durch alle Jahrzehnte seines
Schaffens.
Ensors Graphik, für die man sich in Deutschland
seit langem sehr interessiert, hat einen starke
Kunst für Alle. XXXX.
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