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RUDOLF ALT
Mit Genehmigung des "\ erlages A. Schroll & Co. in Wien
DER STEPHANSDOM
zogen. In grandiosem, jubelndem Akkord über
dem Gartenparterre, beglückendes Endziel und
präludierendes Postament zugleich, baut sich
das Belvedereschloß des Prinzen Eugen auf.
Hier wird seit dem Herbst 1924 die Kunst des
19. Jahrhunderts zur Schau gestellt, das Schloß
Schönbrunn in Hietzing, der Sommerpalast des
Kaisers selbst, ist nach dem Umsturz 1918 unangetastet
sein eigenes Museum geworden —
hier und dort, überall aber ist der Behälter kostbarer
als der Schatz, den er birgt, die Erinnerung
kostbarer als der neue Sinn, der sich an
ihre Stelle setzen möchte. Das macht es, daß
wir hier in dieser Stadt nur mit zurückgewandtem
Haupte leben können. Es ist das Genießen,
leidvolles Genießen der Vergangenheit —, zu
dem uns aber die drängende Not des Tages
nicht mehr die gute Muße lassen kann. Nur
draußen in den Gärten, die sich unmerklich, wie
Musik, die verklingt, ins grüne Gelände verlieren,
schließt sich \ ergangenlieit und Gegenwart zur
glücklichen Einheit; frei vom lastenden Alltng
steht die Zeil. Und wenn auch der mächlige
St raße 11 s tern um d as Teget th oifd enkmal (Prater-
stern) mit dem geräuschvollen Rhythmus der
elektrischen Straßenbahnen und dem großzügigeren
der Eisenbahnzüge über dem Viadukt
den Prater einleitet, so ist es doch heute noch
genau wie damals der Schatten der alten Bäume,
in den wir treten, und heute noch genau wie
damals die wohlige Ruhe, hinter der die Stadt
zurückweichen muß. Vielleicht sogar sind es
auch noch dieselben Bäume. Die mächtigen, zerklüfteten
Stämme, um die, ein flirrender, zitternder
Hauch, das Laub noch einmal, doch
noch einmal grünen konnte. Auch diese alten
Bäume ein Moment o mori—, aber doch breiteres
Schicksal, Schicksal überhaupt, nicht das
schmerzliche, persönliche, das uns allein getroffen
. Diese Bäume, ehrwürdige Zeugen einer
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