Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 51. Band.1925
Seite: 320
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0390
ZUR HAIDER-AUSSTELLUNG IN MÜNCHEN

Karl Haider ist im Jahre 1912 gestorben, und
es ist Jahre lang merkwürdig still gewesen
um diesen Künstler. Seine Art war nicht dazu
angetan, ihn in den Kampf und Streit der künstlerischen
Meinungen des Tages zu stellen. Er
war stets seine einsamen V^ege gegangen, und
seine Kunst, von echten Kennern geschätzt und
in ihrem Wert, wenn nicht voll erkannt, so doch
herzlich geahnt, ging diese einsamen Wege des
Meisters weiter. Die malerische Entwicklung
des letzten Jahrzehnts trug lautere, grellere Erscheinungen
empor als ihn und sein Werk.
Aber einmal dreht sich das Rad, das Steuer wird
herumgeworfen, und so ist Haiders Stunde auch
vor der großen Kunstöffentlichkeit wieder gekommen
. In Mannheim hat maii im vergangenen
Winter zuerst ein Bekenntnis zu Haider
abgelegt in Gestalt einer würdigen Gedächtnisausstellung
. Nun folgt Haiders Geburts- und
Lebensstadt München mit einer noch umfangreicheren
, viel neues Bildmaterial zutage fördernden
Veranstaltung nach. Und—seltsam! —

es ist die Neue Secession, die Karl Haiders Kunst
zeigt! Li einer Vorrede zum Katalog nimmt
die Leitung der Neuen Secession zu ihrem Unternehmen
interessante Stellung. Da heißt es:
„Es liegt uns fern, ihn als heute zeitgemäß dem
Publikum vorzuführen, eine Sensation aus ihm
zu machen. Nicht, weil Primitivität die große
Mode ist, wollen wir sagen: Hier ist ein Primitiver
, und nicht, weil ,die neue Sachlichkeit1 die
nächste Mode sein wird, wollen wir einen Sachlichen
zeigen. Uns liegt daran und wir schätzen
es uns zur Ehre, einen schlecht gekannten bedeutenden
Mann zu feiern, der mit den legitimen
Mitteln der Malerei tiefe Empfindungen
aussprechen konnte, der mit Hingabe seines
Lebens seinen Stil bis zu jener Klarheit und Eindeutigkeit
entwickelte, die wir in seinen späten,
wahrhaft groß gearteten Werken bewundern."
Ein „Primitiver" kann Haider freilich nicht genannt
werden, aber sonst bestätigt die ergreifende
Ausstellung die Feststellung, daß hier ein
wahrhaft künstlerisches Gesamtwerk erwuchs.


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