http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_51_1925/0399
FRITZ ERLER
BILDNIS EINES KLEINEN MÄDCHENS
Glaspalast München. Secession
Willy Jäckel, Wilhelm Kohlhoff, Emil Orlik,
Alexander Oppler, Schmidt-Heubach, Schmidt-
R o ttlu ff, Fritz Rh ein, Eu gen Spiro, Ernst Wenck,
Charlotte Berend und die Plastiker Ernst Barlach
und Georg Kolbe, so daß unfraglich eine
gute Vertretung der Reichshauptstadt zur Stelle
ist. Zweifellos wird diese Visitenkartenabgabe —
vielleicht darf man es auch als mehr ansprechen—
ihre gute Wirkung nicht verfehlen. Man hatte
bisher in München nur selten und nie in einer
offiziellen Ausstellung Gelegenheit, die jüngeren
Kräfte der Berliner Kunst in ihren Schöpfungen
kennen zu lernen, und es gab deshalb genug
schiefe Urteile: jetzt läßt sich da manches korrigieren
, und es ist zu hoffen, daß es an Anregungen
für die Jüngeren unter den Münchnern
nicht fehlen wird.
Gewiß sind die Berliner Gäste im Gesamtbild
der Münchner Secession ungemein wichtig, doch
läßt sich nicht sagen, daß sie entscheidend sind.
Die Entscheidung liegt doch bei der Secession
selbst. Es steckt viel Kraft, Können und Eigenart
in ihrem „Stamm". Erstaunlich, mit welcher
Frische z. B. Habermann und Herterich heute
noch malen! Groeber tritt vor große Porträt aufgaben
und zeigt daneben intim malerische
Stücke. Ein Künstler wie Winternitz stellt sich
erneut vor malerische Probleme, die man eigentlich
als seiner Generation ferner liegend bezeichnen
muß. Putz findet eine neue Zusam-
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