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mensetzung seiner leuchtenden Palette. Fritz
Erler hat einen Raum mit Bildnissen, die in
ihrer gedrungenen Knappheit und Plastik kernig
nachwirken. Die Landschaften von Pietzsch
und Seyler sind von packender, oft geradezu
kühner Kraft. Ihnen gegenüber kommt bei
Sieck und Bauriedl mehr das anmutige Element
zu Worte. Alle Jüngeren sind mit Nachdruck
am Werk, sich zu entwickeln, sich hinaufzubauen
, alles aus sich herauszuholen. Sapper gehört
hierher und Klemmer und Bock, vor allem
aber Karl Schwalbach, der zu starkem, neuem
Ausdruck ausholt und auf dem Wege ist, eine
festere Form, bewußt in die Kontur gefaßt, zunächst
freilich auf Kosten des Kolorits, zu finden.
Der Maler religiöser Stolle Paul Thalheimer, ist
gleichfalls unaufhaltsam im Kommen, ebenso
Richard Klein, der von der Plastik sich ersichtlich
mehr dem dekorativen Bild zuwendet. Ihnen
wären etwa Hommel, Kunz, Reinhardt, Schmid-
Fichtelberg als willkommene Bringer und Vermittler
nachhaltiger Eindrücke anzureihen.
Die Plastik der Secession hat heuer zwar auf
ihren Saal verzichten müssen, aber was sie, da
und dort zwischen der Reihe der Bilder eingeschoben
und im Vestibül angeordnet, zeigt, darf
sich sehen lassen. Schwegeries machtvoller
Goethe-Kopf, in Granit ausgeführt, ist ein Beispiel
echter Monumentalplastik, die auch innerlich
Format hat. Von Georg Müller und J. P.
Steinel kamen gute, aufrechte Arbeiten. Seltsam
exotisch spricht einen die Berliner Pla-
stikerin Milly Steger an. Auf Stucks Bildhauerleistungen
sei nachdrücklich hingewiesen. Drü-
Die Kunst für Alle. XXXX.
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