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RICHARD SAPPER
LANDSCHAFT MIT OCHSENKARREN
Glaspalast München. Secession
ben bei der Genossenschaft haben sich zu den
führenden älteren Bildhauern, zu Beyrer, Dasio,
Wädere, Jüngere und einige Gäste, von denen
der Berliner Seger der bedeutsamste sein dürfte,
gesellt: auch hier geht von der Bildhauerabteilung
viel Anregung aus.
In den kleineren Gruppen wird fleißig gearbeitet
, und man ist in der Art am Werk, daß jeder
einzelne nach Kräften seine Individualität zu
entwickeln sucht, um auf diese Weise auf das
Gesamtbild der Gruppe zurückzuwirken. Da
man aber bei der räumlichen Beschränktheit,
die den Gruppen auferlegt ist, nicht mit der
Aufnahme von neuen Mitgliedern beginnen
kann, so stagniert es ein wenig, und seit einigen
Jahren ist der Eindruck der Gruppen ein ziemlich
gleichmäßiger: bei den „Bayern" große
helle Bilder, bestimmt durch die stilisierten,
südlichen Landschaften Urbans, dem diesmal
Hönich mit intimeren Malereien gegenübertritt
— auch Bürck kommt stärker auf —, beim
„Bund" ein altmeisterlich gefühlsmäßiger Ton,
bei der „Luitpoldgruppe" eine gewisse Neutralität
, die in möglichst gutem Malen, das aber einer
bestimmten Richtung oder Tendenz enträt, ihre
Aufgabe erkennt, bei den „Freien" eine große
Unklarheit, die neben wirklich guten Bildern
absolut Undiskutables herausstellt.
Es wäre unverzeihlich, der kleineren Ausstellungen
der Radierer und Aquarellisten zu vergessen
. Gerade hier, wo die Möglichkeit freierer
Bewegung gegeben ist, kommen, oft auf kleinem
Format und in einer nach außen hin sehr anspruchslosen
Weise, echt künstlerische Leistungen
heraus.
„DREISSIG MÜNCHNER KÜNSTLER"
Vor der Veranstaltung der diesjährigen Glaspalast
-Ausstellung trat unter der Führung des
Malers und Radierers Ferdinand Staeger eine
Gruppe von dreißig Künstlern zusammen, die
sich in der Hauptsache aus jüngeren Mitgliedern
der Künstlergenossenschaft rekrutiert, aber auch
Mitglieder anderer Gruppen bis zu den „Freien"
einbegreift. Es sollte sich nicht um eine Spaltung
handeln, es war nicht darangedacht, zu so-
33°
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