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ALBERT KÄPPIS
ERNTE IM AMMERLAND
seinen Bildern ein Hang zum Kriegsvolk.
Die Landschaftsmalerei ist in den ersten drei
oder vier Jahrzehnten in der schwäbischen Malerei
wenig vertreten. So ermangeln die frühen
Landschaften von Steinkopf (1779—1860) noch
des inneren Lebens, während einige spätere voll
schöner Farbigkeit und Stimmung sind. Einige
eindrucksvolle Arbeiten zeigen C. Ebert (1821
bis 1885) und J. Grünenwald (1822—1896), bei
dem Landenberger und Pleuer in die Schule gegangen
sind. Einen erfreulichen Sinn für die Wirkung
der Farbe offenbaren auch die zahlreich
vertretenen Schöpfungen der Tiermaler Braith
(1836—1905) und Mali (1832—1906). Durch
duftige Frische zeichnen sich Studien und Arbeiten
vonThcodor Schüz (1830— 1900) und von
Albert Käppis (1836—^i^-) aus. Robert von
Haug(i857—1922) ^ durch einige frühe Skizzen
und Arbeiten vertreten. Der Ruf nach Licht,
Farbe und bewegendem Leben ist in Malern wie
Friedrich Keller, Reiniger, Pleuer, Breyer, Landenberger
, Zügel und Schönleber verwirklicht.
Sie lösen sich durch dieWahl ihrer Stoffe endgültig
von der klassischen und romantischen Vorstellungsweise
ab und zeigen das Streben, einen
Ausschnitt aus der Natur mit allen Werten an
flimmerndem Licht wiederzugeben.
Unter den plastischen Werken sind natürlich die
von Johann Heinrich Dannecker (1758—1841)
beherrschend. Einige der aufgestellten Büsten
sind wirklich Meisterwerke in ihrer ausdrucksvollen
und doch stilbewußten Gestaltung. Neben
den Arbeiten Danneckers können sich die
seines Zeitgenossen Philipp Jakob Scheffauer
(1756—1808) wohl sehen lassen. Konrad Weitbrecht
(1796— 1836) war ein Relief künstier von
anmutiger Linienführung. Dann sind noch die
Schöpfungen vonTheodorWagner(i 800-1880),
des Biberacher Ernst Rau, die von Joseph Kopf
und Adolf Donndorf zu nennen. Oskar Wolfer
Die Kunst für Alle. XXXX.
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