Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 52. Band.1925
Seite: 186
(PDF, 78 MB)
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JOSEF WACKERLE WANDFÜLLUING „ERNTE"

Vergoldete Schnitzerei auf hellgelbem Schleiflack

menklang der Stimmungswerte erkennen kann.
Im Vorraum selbst beachtet er die eingelegte
Türe, Intarsie mit Weinkrug, Bandwerk und
Rebe. Hohe schmale Spiegel mit eleganten
Konsoltischchen, die schlanken, dunklen Säul-
chen der Musikerbalustrade und der helle Schleiflack
der Wände sorgen dafür, daß auch dieser
Vorraum gesellschaftlich in die Gesamtwirkung
einbezogen wird. Diesem Auftakt folgt in vollem
Zusammenklang der Einzelwirkungen der
Hauptraum. Wände in gelbem Schleiflack;
Sockel, Leisten und Schnitzerei in gebrochenem
Weiß abgesetzt; die Füllungen umgrenzt mit
dunklerem Streifen in Mattrot. Als Schnitzwerk
, den Charakter des Raumes zart andeutend,

Band und Rose, Traube und Weinlaub. Füllungen
als raumabschließende Flächen oder als
durchbrochene Zwischenwände mit eingesetzten
Messinggittern. In den großen Flächen Relief-
Schnitzereien von Wackerle: empfindsames
Bildwerk, das Erfindung wie Komposition überlegen
stilisiert und aus Schnitt und Kerbung
prickelnde Plastik formt. Inhaltlich das Thema
von Traube und Wein: Die „Ernte", die „ Kel ter ",
der „Trunk", die „Bacchische Szene" und als
lyrischer Schluß, packend in seiner Ossian-Stim-
mung „In vino veritas". Diese reich belebten
und doch vornehm ruhigen Wände tragen
eine weiße Decke, deren Randornament als
Gitterwerk umgestaltet, den Durchzug für die

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