http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_52_1925/0275
O. O. KURZ-MUNCHEN
sämtliche Häuser sehr schnell schmutzig werden
, entschloß ich mich, von vornherein nicht
einen hellen Putz zu nehmen, sondern den Bau
durch Farbe gegen das Ansetzen von Ruß zu
schützen. Aus grünem böhmischem Silberschiefer
wurde das Dach hergestellt, mit weichen
Ubergängen an den Ecken. Die Flächen verputzt
in brauner Tönung, die Läden dagegen
in Elfenbeinweiß gehalten.
Wegen der Entfernung vom Stadtzentrum erhält
dort jede Villa ein Garagegebäude. Die
Garagebauten sind in Bubenc meist in einer
recht unschönen, unüberlegten Weise irgendwo
auf dem Grundstück hingestellt. Ich glaube, daß
es mir in meiner Lösung gelungen ist, durch
Vorlage eines Gartenhäuschens in Verbindung
mit Hecken das Garagegebäude unaufdringlich
in die Anlage des Gartens einzufügen.
Die Grundrißgestaltung des Bauwerkes ist entstanden
auf Grund der verschiedenen ^Vünsche,
welche die Bauherrschaft zum Ausdruck brachte,
unter Berücksichtigung der Südlage für die
wichtigsten Räume. Der gesellschaftlichen Einstellung
der Bauherrschaft nach mußte das Haus
einen gewissen repräsentativen Charakter erhalten
. Es wurde daher Wert darauf gelegt, daß
die Parterreräume für große Gesellschaften zusammengezogen
werden können und daß die
hierfür nötigen Nebenräume vorhanden sind,
ohne daß hierdurch eine gewisse Intimität für
die einzelnen Räume verlorenginge. Da die
Bauherrschaft von früher her eine vollständige
Einrichtung einer großen Wohnung besaß, so
war ich gezwungen, alle diese Möbel mit zu benützen
. Es ergab sich hieraus ganz von selbst
eine gewisse künstlerische Rücksichtnahme auf
die Art der Einrichtung. Größere Freiheit
durfte ich mir dagegen erlauben in der Gestal-
229
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_52_1925/0275