Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 52. Band.1925
Seite: 296
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_52_1925/0354
Techniken kunsthandwerklicher Betätigung vereint
. Max Wiederanders hat es verstanden, in
diesem Saal Kachelöfen und schmiedeeiserne
Gitter, Terrakotten und Möbel, Majoliken und
Flechtarbeiten äußerst wirkungsvoll mit feinem
Sinn für Umriß und Farbe zusammenzustellen
(Abb. S. 282, 293—95). Vor der Vielheit der
hier ausgestellten Dinge mag man sich noch
einmal die erfreuliche Tatsache ins Bewußtsein
rufen, daß diese Ausstellung zwar nur Einzelstücke
enthält, aber das „Ausstellungstück" im
schlechten Sinn nirgends erscheint: jenes Prunkstück
früherer Zeiten, das nur für den Ausstellungszweck
erdacht und ausgeführt war.
Ausstellungen pflegen als Gesamtleistungen gewertet
zu werden, ihr Erfolg und ihre Nachwirkung
hängen nicht nur von der Qualität der
Einzelleistung ab. Die werbende Kraft, die von
der Geschlossenheit und Einheitlichkeit der
Darbietung ausströmt, ist eine der Hauptgrundlagen
ihres Erfolges. Wer zielbewußt eine solche
Geschlossenheit anstrebt, der setzt sich leicht
dem Vorwurf der Einseitigkeit aus. Die Ausstellungsleitung
wird diesem Vorwurf nicht entgehen
. Der Begriff „Bayerisches Kunsthandwerk
" umfaßt ein weit größeres Gebiet, als es —
auch schon räumlich — hier zur Darstellung
gelangen konnte. Bedeutende Namen fehlen.
Die warme, gemütvolle Note jenes bayerischen
Kunsthandwerkes, dessen hauptsächlicher Vorzug
in einer ganz lebendigen Fortführung der
Tradition besteht,kommt diesmal viel weniger als
auf früheren Ausstellungen zur Geltung. Doch
war es richtig, einmal zu zeigen, welchen Beitrag
München und Bayern zu der neuen Werkkunst
zu liefern haben. Zu oft hat man München
den Vorwurf allzu beharrlichen Verweilens bei
den altenFormen gemacht. Aber dieses Verweilen
hat eine gute handwerkliche Tradition erhalten,
auf deren Untergrundneues künstlerisches Schaffen
aufbauen kann. Daß der Weg nicht ins Ungewisse
führ t, das läß t diese Ausstellung erkennen.
Der Tnhalt steht in lebendiger Beziehung zu der
modernen Wohnung, der modernen Kleidung,
der modernenLebensart. Was vor wenigen Jahren
noch wie eine Utopie erschien, nämlich die Möglichkeit
eines einheitlichen, stilvollen Ausdruckes
in den verschiedensten Gestaltungen handwerklicher
und künstlerischer Technik, das zeigt diese
Ausstellung in verheißungsvoller Nähe.

G. v. fechmann

OSWALD BIEBER-MÜNCHEN AUSSTELLUNGSGEBÄUDE „BAYER. KUNSTHANDWERK", MÜNCHEN

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