Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 53. Band.1926
Seite: 73
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FRANZ HORNY BILDNIS SEINES FREUNDES CARL FOHR
Kupferstichkabinett, Dresden

CARL PHILIPP FOHR

Vor etwas mehr als 100 Jahren ist Carl Fohr
am 29. Juni 1818 im Tiber zn Rom ertrunken
. 1823 erschien von seinem Freunde
Ph. DiefFenbach im Verlag I. W. Hey er zu Darmstadt
„Das Leben des Malers C. F." Schon am
i. Juli 1818 berichtet ein Brief aus Rom in dem
Lebensbild der Freifrau von Bunsen (Gotha,
Perthes 1890) außer dem Todesfall des jungen
deutschen Künstlers die beachtenswerte Mitteilung
, in seiner Vaterstadt Heidelberg sei ihm zu
Ehren ein Weg über die Berge „Fohrs Weg"
benannt worden. Aber bald nachher wurde fast
iOO Jahre lang von dem in der Blüte seines
Lebens und Schaffens jählings dahingerafften
Künstler kaum mehr gesprochen. Erst zu Beginn
des 20. Jahrhunderts wenden sich einige
Kunstfreunde und Forscher dem Schaffen dieses
wie ein Meteor in die Nacht verschwindenden
Meisters aus der Frühzeit der romantischen
Landschaft wieder zu. Heute strahlt sein Name
und sein Werk in fast unnatürlichem Glänze
in seiner Heimatstadt, dem romantisch durch-
seelten Heidelberg, wieder auf.

Es ist das Verdienst Dr. Lohmeyers, des Direktors
am Kurpfälzischen Museum zu Heidelberg,
unter freundlicher Mitwirkung von Freunden
und Forschern über Fohr, das Lebenswerk
des Früh vollendeten zusammengestellt und in
das zugehörige Werk der Zeitgenossen Fohrs
eingegliedert zu haben. Die Fragen, wer war
C. Fohr und was bedeutet sein Schaffen für die
Kunst, lassen sich jetzt klar und fast restlos beantworten
. — Die französische Revolution am
Ende des 18. Jahrhunderts und die daran sich
anschließende staatliche Neugestaltung Europas
durch Napoleons I. Gewaltmaßnahmen waren
von welterschütternder und umwälzender Bedeutung
; auch im Geistigen und Künstlerischen. Die
im Farbigen hochkultivierte, auch im Technischen
gründliche Malerei des 18.Jahrhunderts, die
sich mit ungewöhnlicher Geschmacks Verfeinerung
vereinigte, war ausgelebt. Aber die neue
Empfindungsweise wollte der Welt und ihrenEr-
scheinungsformen gegenüber einen neuen Ausdruck
haben, so schwer die Welt sich auch daran
gewöhnen mochte. So entstehen die ersten Se-

Die Kunst für Alle. XXXXI. 8. — Dezember 1925

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