Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 54. Band.1926
Seite: 25
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DAS HAUS DR. D. IN MÜNCHEN
VON LUCIAN BERNHARD

Unter den „modernen" Künstlern ist wohl
keiner, der so wenig wie Lucian Bernhard
sich um ästhetische Parolen kümmert und dem
strengen Dogma der Kunstrichtungen so gern
und mit so verblüffender Unbefangenheit ein
Schnippchen schlägt. Kommt ihr ihm mit einem
Programm, so macht er einen Witz — er
pflegt gute Witze zu machen—, und euere Paragraphen
wirbeln so durcheinander, daß ihr selbst
euch nur auf dem Zickzackweg des Rösselsprunges
wieder auf die rechte Straße zurückfindet
.

Ihr habt den Stilmöbelfabrikanten, die versteinerte
Rezepte im Hirne tragen, den Krieg
erklärt ? Gut, schlagt sie dreimal tot. Aber, wo
wäre der Scheiterhaufen, auf dem euch baulustige
Sammler ihre schönen, wirklich alten
Stücke opfern würden, die sie mit großer Sorgfalt
erworben haben und an denen sie mit inniger
Liebe hängen ? Bernhard berührt diese Dinge
und weckt sie zu neuem Leben, indem er ihnen
eine moderne Umgebung schafft, in die sie ihre
unvergängliche Schönheit auswirken können.

Ja aber.....! Lucian Bernhard treibt es doch

oft ein bißchen gar zu toll. Ist er in seiner Liebe
zur alten Kunst, in seiner Achtung vor ihr,
nicht schon selbst auf dem Standpunkt jener
Stilmöbelfabrikanten angelangt, indem er auch
da mit historischen Stilen arbeitet, wo keine
wirklich alten Stücke, wie Sie so schön sagten,
„zu neuem Leben zu erwecken sind"? Sehen
Sie das hier abgebildete Boudoir, in dem eine
Menge von Stilanklängen durch Farbenskalen
kontrapunktiert wird, die wir in diesem Konzert
nur als „Stilunechtheit" empfinden können.
— Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und

Dekoratire Kunst. XXIX.

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