http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_54_1926/0216
FRANZ GUJNTERMANN, BIELEFELD
JAGD. BRONZE
ZU DEN BRONZEN VON FRANZ GUNTERMANN
ir sind Arbeilen dieses Künstlers von
anderer Art häufig auf Ausstellungen begegnet
. Im besonderen ein „Schmerzensmann"
in Holz ausgeführt wird den Besuchern des
Berliner und Münchner Glaspalasles als ein
höchst beachtenswertes Werk auf dem Gebiete
der religiösen Kunst in Erinnerung geblieben
sein. Durch andere Werke wie Denkmäler, Porträt
-Büsten, Grabmäler, dann durch seine Mitarbeit
am Bielefelder Schauraum auf der Kölner
Werkbundausstellung, hat sich der Künstler,
der als Professor an der Handwerker- und
Kunstgewerbeschule in Bielefeld tätig ist, künstlerische
Erfolge in reichem Maße erworben.
Wir zeigen ihn heute von einer anderen Seite:
In Klein-Plastiken, denen in ihren etwas naturwidrigen
Formen mit dem rein verstandesmäßigen
Urteil nicht so recht beizukommen ist, die
aber doch in hohem Maße fesseln. Sie sind so
ganz durchgefühlt, so sehr von Leben und Bewegung
erfüllt, von so reizvollem und pikantem
Spiel der Linien, daß sich auch der Widerstrebende
der starken von ihnen ausgehenden Wirkung
nicht entziehen kann. Es ist Expressionismus
von der besten Art, Werke eines höchst
persönlichen Kunstwillens.
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