Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 54. Band.1926
Seite: 274
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ROMANTISCHE KUNST

Es gibt Linien, die ungeheuerlich sind. Die
Gerade, die regelmäßige Schlangenlinie,
besonders Parallelen. Wenn der Mensch eine
dieser Art errichtet, so nagen die Elemente an
ihr. Das Moos, die Einflüsse der Witterung
brechen die geraden Linien seiner Monumente.
Eine Linie allein hat gar keine Bedeutung. Es
muß eine zweite hinzukommen, um ihr Ausdruck
zu geben. Es wäreinteressant,festzustellen,
ob die regelmäßige Linie nur im Gehirn der
Menschen existiert. Die Tiere haben sie nicht
in ihren Konstruktionen oder vielmehr in den
Andeutungen von Regelmäßigkeit, welche man
in ihren Werken findet, z. B. der Kokon, die
Zelle.

Gibt es einen Ubergang, der von der leblosen
Materie zur menschlichen Intelligenz fuhrt, die
vollständig geometrische Linien erfindet?

Wieviel Tiere arbeiten dagegen unausgesetzt
an der Zerstörung der Regelmäßigkeit! Die
Schwalbe hängt ihr Nest unter dem Giebel des
Palastes auf. Der Wurm bohrt seinen eigenwilligen
Weg durch den Balken. Daher der Reiz
alter und verfallener Gegenstände. Der Verfall
bringt sie der Natur näher.

— Es ist die erste Pflicht eines Bildes, ein Fest
für die Augen zu sein. Ich will damit nicht sagen,
daß es keinen Sinn zu haben brauche; es ist wie
mit den schönen Versen... aller Sinn der Welt
kann sie nicht davor bewahren, schlecht zu sein,
wenn sie das Ohr beleidigen. Man sagt: Gehör
haben. Nicht jedes Auge ist fähig, die Schönheiten
der Malerei zu würdigen. Viele sehen
falsch oder schlecht, sie sehen die Dinge, aber
nicht ihren Reiz. Delacroix

EUGEN MAYER-FASSOLD, MÜNCHEN TISCHLAMPEN IN HOLZ

Entwurf von Dipl.-Ing. Akos, Kempten

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