Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 66
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_55_1927/0071
erregte und vor der Heimkehr nach Innsbruck
in München gezeigt wurde und gefiel, wies die
stark individualistische Richtung der Malerei
Tirols auf. Natürlich kann man sich von Egger-
Lienz zu Arthur Nikodem und Alfons Schnegg
nach Form und Empfindung einen Weg denken,
man verspürt auch die innere Bindung, die
etwa zwischen Ernst Nepo und Robert Gursch-
ner, zwischen Walde und Weber-Tyrol besteht.
Aber es geht im Grunde doch jeder seinen eigenen
Weg. Ein wenig verträumt, wie W.L.Pra-
chensky, dessen Häuser und Höfe und Dörfer ein
fast phantastisches Leben führen, oder ein wenig
abseitig, trotzig, herb und hart wie Friedrich
Hell oder Oskar Mulley. Ist es nicht fast wie ein
Symbol, daß diese Maler nicht an einem Zentralpunkt
, etwa in Innsbruck, beisammenleben, sondern
daß sie weit zerstreut im Lande leben ?
Gibt es nun aber gar nichts, was diese auseinanderstrebenden
Kräfte über das landsmannschaftliche
Moment, das ja nicht eigentlich mit

der Kunst zu tun hat, hinaus verbände? Natürlich
hatte die Ausstellung als ein Gemeinsames
auch das Moment der Qualität, die durch die
Auslese erzielt wurde, zur Schau gebracht. Aber
auch dies entscheidet nicht. Was also? Vielleicht
liegt es in den Sätzen Hammers begründet und
beschlossen: „Ein innerster Drang scheint die
gegenwärtige Generation der Tiroler Künstler
aus der malerischen Form Verflüchtigung herauszuführen
zu einer neuen Sammlung der Form,
zu einer neuen Gesetzlichkeit im Bilde, zu einer
neuen Vergeistigung." Mit diesem etwas allgemeinen
und weit umsteckten Programm muß
sich unter Menschen ernsten Strebens eine
Gemeinsamkeit erreichen lassen. Tatsächlich ist
es wohl der (im Gegensatz zur Genremalerei
des früheren Tiroler Künstlertums besonders
verspürbar) Zug zu „einer neuen Vergeistigung
", den man als die übergeordnete Einheit
der Tiroler Malerei von heute bezeichnen muß.

Georg Jacob Wolf


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