http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_55_1927/0096
auf dem Areal an der Luisenstraße erstellt werden
. Der neu ernannte Direktor der Galerie ist
eifrig am Werk, wir erkannten auch schon verheißungsvolle
Ankäufe, und in städtischem Besitz
ist manches Gemälde von Rang, nur daß wir es
gegenwärtig nicht zu Gesicht bekommen. Hier
ist also vor allem Abhilfe zu schaffen. Ein
neues Kunstinstitut zieht an, hebt Münchens
Ruf: vor allem aber wird es auch Gelegenheit
schaffen, Werke von Münchner Künstlern vorzuzeigen
und damit darzutun, was München an
lebendigen, wirkenden, entwicklungsfähigen
Kräften auch in dieser Stunde besitzt. Des
weiteren muß die Sache des städtischen Konzerthauses
, die vor einiger Zeit sehr lebhaft betrieben
wurde, wieder aufgegriffen und im Zusammenwirken
von Reich, Staat, Stadt und den
daran interessierten Privaten verwirklicht werden
. Daß ursprünglich ein ungünstiger Platz
für den Bau in Aussicht genommen worden war,
spricht nicht gegen das Projekt überhaupt. Man
schreibe einen Ideenwettbewerb aus! Man ziehe
vor allem den alten Botanischen Garten als Bauplatz
in Frage! Freilich hätte dann dort der alte
G laspalast zu verschwinden. Aber das wäre schon
lange notwendig. Er ist ein altes baufälliges Ge-
rümpelundhatkeine Existenzberechtigungmehr
im Jahre 1926, nachdem er im Jahre 1854 für
die Zwecke einer einzigen Ausstellung errichtet
wurde. Man bedenke, daß die Kunststadt München
(abgesehen von den privaten Ausstellungsmöglichkeiten
im Kunst verein und in den Kunstsalons
) kein anderes offizielles Ausstellungsloka],
keine Ausstellungshalle, nichts besitzt als den
alten, wind- und regendurchlässigen, unheizbaren
, nur während einiger Sommermonate be-
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