Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 88
(PDF, 91 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_55_1927/0097
nützbaren Glaspalast! Daß da ein Neubau endlich
, endlich erstehen muß, ist doch selbstverständlich
. Eine Kunststadt bedarf auch für
die Winterszeit einer Ausstellungsmöglichkeit;
dem Münchner Kunstleben würden durch
einen Neubau dieser Art die stärksten Impulse
gegeben.

Auch ein staatliches Schauspielhaus ist uns von-
nöten, in dem die Klassiker-Aufführungen, die
heute behelfsmäßig im Prinzregententheater,
also in einem Opern-FesLspielhaus, stattfinden,
ihre Heimstätte finden müßten. Es ist schon oft
von diesem Plan die Rede gewesen, und man hat
die Ecke an der Marstall- und Hofgartenstraße
als den geeignetsten Platz bezeichnet. Zweifellos
brächte ein Schauspielhaus-Neubau in das
stagnierende Münchner Theaterleben einen frischen
Zug, und wir brauchten nicht mehr neidvoll
zur Sommerszeit nach Salzburg hinüber-
zuschielen, wo alljährlich Festspiele des Dramas
stattfinden, die von Rechts wegen München
zukämen und in München auch viel wirtschaftlicher
gestaltet werden könnten. Also: die

städtische Galerie, eine Ausstellungshalle statt
des überlebten Glaspalastes, ein städtisches Konzert
- und Festhaus, ein staatliches Schauspielhaus
, das sind neben anderen Forderungen, die
sich auf die Intimisierung der Beziehungen zwischen
Bürger- und Künstlerschaft und auf intensivere
Mitarbeit der Behörden an der Lösung
wirtschaftlicher Fragen des Kunstbereichs beziehen
, die vordringlichsten. Träte noch die
glückliche Lösung der Stadterweiterung, die
wieder durch einen Ideen-Wettbewerb befruchtet
werden könnte, und der Kunsterziehungsfragen
hinzu, so wäre München wieder in seinen
alten Ehrenstand, in seine Stellung als künstlerische
Vormacht eingesetzt. An sich ist dies
alles bei einigem guten Willen nicht schwer.
Und diesen Willen sollte man schließlich
nicht nur bei den Münchnern voraussetzen
dürfen, sondern bei allen kunstfreundlich
gesinnten Deutschen, denn die Stellung Münchens
als Kunststadt, seine Geltung in dieser
Eigenschaft im Reich ist keine lokale, sondern
eine nationale Angelegenheit. Georg Jacob Wolf

HERMANN BRACHERT. MEDAILLE DER STADT KÖNIGSBERG. VORDERSEITE

88


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_55_1927/0097