http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_55_1927/0101
F. HEUBNER. AUS DER MAPPE „AMORS BOGEN"
Verlag Fritz Gurlitt, Berlin
nicht das Geringste an Lebensnotwendigem
vermissen läßt, vielmehr im Sinne der JLeicht-
heit, des Schwebens über den Dingen, des Weglassens
alles dessen, was vom Kerne wegstrebt,
geradezu ein Beispiel für eine echte Radierung
ist, hat er ein synthetisches Bild der schonen
Insel geschaffen. Es gibt auf diesem Blatt Partien
, die rein als Kontardarstellungen behandelt
sind, während andere, tief dunkel, saftig und
sammetig, ganz körperhaft dazwischen stehen.
Die Mannigfaltigkeit der Darstellung schafft
aber keine Diskrepanz; das Blatt, zumeist mit
der kalten Nadel gearbeitet, geht zusammen,
ist ein Ganzes von nachhaltigem Eindruck.
Der landschaftlichen Radierungen, die neben
seinen farbenstarken Aquarellen hergehen, hat
Friedrich Heubner zahlreiche geschaffen (darunter
die ergötzlichen Kalender- und Monatsbilder
), aber sie erschöpfen sein radiertes Werk,
dem natürlich von Tag zu Tag neue Werte
zuwachsen, in keiner Weise. Aus den Landschaften
, von denen die id}dlischen, man möchte
sagen modern-bukolischen, seinem Naturgefühl
nicht weniger entgegenkommen als die an
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