Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 93
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F. HEUBNER. ILLUSTRATION ZU VOLTAIRES „PRINZESSIN VON BABYLON"

Verlag Dr. Julius Schröder, Tegernsee

Gesichten reichen, die die Impression einer
Stadt, einer Brücke, eines Hafens, eines romantisch
in das Meer hinausgebauten Domes geben,
spricht stets der Lyriker, der Mann und Künstler
sensibelsten Auges, weichen Sinnes, zarter
Hand. Aber in Heubners künstlerischer Art
ist noch ein anderes Element sehr stark ausgeprägt
: das Epische seines Wesens, seine Mitteilsamkeit
, die er im Ausdruck sogar ins Dramatische
zu steigern weiß. Hier ergibt sich die
Verbindung zu seiner illustrativen Tätigkeit.
Freilich, die radierten Blätter, die voll leidenschaftlichen
Geschehens, voll üppigenMenschen-
lebens, gefüllt mit Gestalten, Begebenheiten und
Gesten sind, stellen Illustrationen im sublimsten
Sinn dar. Hcubner, der auch bei manchem landschaftlichen
Blatt die Form aus einem inneren
Gesicht heraus ins Phantastische hinüberspielt,
konnte bei diesen Blättern seiner blühenden Einbildungskraft
noch mehr die Zügel schießen lassen
. Vor allem kam dieser Seite seines Schaffens
die Illustrierung von Flauberts „Salambo" entgegen
. Zu dem farbenprächtigen, oftins Grotesk-
Schwülstige gehenden Gemälde des alten Karthago
, das der Dichter entwarf, fand Heubner
in seinen Schwarz-Weiß-Blättern die kongeniale
Ergänzung: er illustrierte nicht im wörtlichen
Sinne, sondern schuf freie Paraphrasen,
er phantasierte über das Thema, das ihm Flaubert
gegeben hatte, ging darüber hinaus und
wußte durch seinen besonderen, aus unserer
Zeit entsprungenen formalen Ausdruck die

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