Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 140
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ANTON ROMAKO. FRÜHSTUCKSTISCH

Felsenmauer des Vordergrundes geben den
königlichen Berg frei, dessen gewaltiger Aufbau
durch diese Zusammendrängung der Kontraste
erst recht in den Himmel gehoben erscheint
.

Gericaults „Trompeter" ist eines der Husarenstückchen
, wie sie sich der verwegene Reiter
gerne leistete. Das knallige Rot der Uniform
möchte herausspringen, wird aber doch vom
kühleren Hintergrunde zurückgehalten, womit
sich das explosive und doch gebändigte Temperament
des Mannes aufs deutlichste ausspricht.
Delacroix1 Blumenstück ist ein berauschter und
berauschender Dithyrambus, der auch in höchster
Begeisterung Maß und Sicherheit nicht verliert
(1834, aus der Sammlung der George Sand).
Courbets „Steinbruch bei Dinan" ist von lyrischer
Weichheit, die es um so bewundernswertermacht
, daß diese Felsen wirklich als steinharte
Felsen erscheinen (zwischen 1860—70).
Die „Eva" Renoirs ist eine jener auch technisch
einzigartigen Skulpturen, die der greise Künstler
, schon bewegungsunfähig, vom Sessel aus
einem feinfühligen Vermittler so lange genau
diktierte, bis er das Werk als eigene Schöpfung
ansprechen konnte. Die lapidare Vereinfachung
der Form ist kaum weiter zu treiben. Das Anmutige
ist geflissentlich beiseite gelassen, da ist
nur Robustheit der jugendlichen Formen, die
durch den vom Boden zur Seite gehaltenen
Mantel einen noch breiteren, stumpferen Umriß
bekommen. Die Bronzefigur soll in einem
Garten aufgestellt werden, der sich hinter jener
künftigen Modernen Galerie hinzieht und zu
einem Skulpturenpark bestimmt ist.

Dr. Franz Ottmann

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