Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 170
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CLAUDE MONET. INTERIEUR BEI SISLEY

Phot. Durand-Ruel

mischen RcquisiLen wie falsches Palhos, Anekdote
, hohle Gebärde samt der dazugehörigen
Farben-Giftmischerei; aber er ist der Anführer,
der nie in der Schlacht zurückweicht, der den
Sieg erficht und den Sieg organisiert.
Konsequenz und Unbeugsamkeit zeichnen Mo-
nets Charakter vornehmlich aus: er war gesund
in seinem Denken und in seinen Nerven. Er
war ein Block. Man konnte gegen ihn anrennen,
aber nichts von ihm losbröckeln. Man konnte
ihn ablehnen, aber nicht widerlegen. Das machte
seine Kameradschaft einem Renoir, der, aus
weniger hartem Holz geschaffen, in der Formbehandlung
schwankte, einem Cezanne, der oft
Probleme formulierte, aber sie nicht lösen
konnte, daher viel mehr Angriffsflächen bot, so
wertvoll.

Freilich wurde Monet später auch für all das

Unkraut verantwortlich gemacht, das in der
neuen Sonne wucherte, als der Impressionismus
nicht mehr lebendige Kräfte weckte, sondern
bequeme Rechtfertigung für hingesudelles Ungefähr
wurde. Es gibt eine Theorie nebst ihrer
Auslegung, und es gibt ein Werk. Claude
Monets Theorie wird anfechtbar im Augenblick,
da nicht so schöpferisches Temperament dahintersteckt
wie das seine, aber das Werk Monets
, das nun abgeschlossen vor uns liegt, ist
wie er selbst ein Block, dem Reaktion nichts
anhaben kann, den Zurückgreifen auf Alles
umgehen muß.

Dem Werk als Ganzem wird es auch nicht
Abbruch tun, wenn einzelne Gemälde, die wie
mit Lichtstaub gemalt zu sein scheinen, z. B.
aus der Serie der Kathedralen, mit der Zeit aus
chemischen Gründen erlöschen sollten.

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