Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 55. Band.1927
Seite: 263
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JOSE GUTIERREZ SOLANA. KARNEVAL

nischen Landesund spanischer Typen vollkommen
auf jene europäische Abschleifung, auf die
pariserischen virtuosen Effekte, die Zuloaga
nicht entbehren zu können glaubt. Ist er somit
alles andere als brillierend, so wirkt sein Ernst,
seine fast fanatisch zu nennende Eindringlichkeit
und Sachlichkeit um so stärker. Das Zähe,
Schwerflüssige seiner Malerei erklärt sich nicht
aus einem Nichtkönnen, sondern ist ein Nicht-
anderskönnen. Selbst die Bilder der Brüder
Zubiaurre wirken mondän und freudig neben
den seinen. Mit dem angeborenen Naturalismus
vereint sich bei Solana ein anderes spanisches
Charakteristikum: die Neigung zu einer mu-
slermäßigen Reihung der Figuren, zu Vordergrundskompositionen
. Aber in der Art, wie der

Künstler als Maler die Dinge nebeneinandersetzt
, liegt eine ebenso persönliche Wirkung
wie bei seinen literarischen Beschreibungen. So
viel er auch zeigt, so angefüllt von belebten und
unbelebten Dingen seine Bilder auch sind, so
knapp ist die Diktion, dafür aber treffsicher.
Wenn ich von „Unbelebtem" in Solanas Arbeiten
spreche, so ist das eigentlich nicht richtig
, denn gerade darin liegt eine Hauptkraft
seiner Kunst, gerade dem Unbelebten, Masken
und Puppen, ein unheimliches Leben zu verleihen
. So naturalistisch der Künstler auch veranlagt
ist, so ist doch keines seiner Bilder als
einfacher Naturausschnitt zu nehmen, ja häufig
kann man von einer repräsentativen Umformung
sprechen, vor allem erzielt durch die

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