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CLEMENS HOLZMEISTER. UMBAU DES SALZBURGER FESTSPIELHAUSES. HAUPTTOR
Marmormasken von Jakob Adelhart
DAS SALZBURGER FESTSPIELHAUS
I. DIE ARCHITEKTONISCHE NEUGESTALTUNG
Salzburg, dieser schönste Theaterprospekt, auf
dem die Jahrhunderte mit glücklicher Hand
Geschichte und Natur zu einem unvergeßlichen
Bild von Dom und Platz, Fluß und Berg, von
Häuserzeilen und Felswänden, Kirchtürmen
und Nadelwald vereinigten, — hat nun sein
Festspielhaus bekommen, in dem das edle Spiel
der Natur durch jenes von Menschen würdig ergänzt
werden soll. Aber dieses Festspielhaus
ist kein überlegter, reifer Entwurf, der, mit
sicherer Hand an die richtige Stelle gesetzt,
den großen historischen Baudenkmälern der
Stadt ein neues Denkmal hinzufügt. Wir alle
wissen, daß solche Entwürfe vielfach und vielversprechend
vorgelegen haben wie z. B. der Poel-
zigsche, aber ein enges Kleinbürgertum wollte
sich nur durch die eigenen Söhne der Stadt erweisen
und so war im Vorjahre von unzulänglicher
Hand ein unzulänglicher Bau errichtet
worden, der sich so unglücklich präsentierte, daß
er im Frühling dieses Jahres einer völligen Umgestaltung
unterzogen werden mußte, um der
künstlerischen Vergangenheit Salzburgs und den
praktischen Erfordernissen von gutem Hören
und Sehen gerecht zu werden. Jetzt, so gut wie
zu spät, erinnerten sich die Festspielhausge-
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