Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 129
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SCHLÜSSELLOCHBILDER

Eine merkwürdige Überschrift, wird mancher
denken, der nicht weiß oder beachtet hat, wie
sich ein Blattgewächs, ein menschliches Gesicht
durch ein Schlüsselloch oder eine enge OUrning
gesehen, vom Aussehen bei freiem Anschauen
unterscheidet. Es gibt heutzutage viele Bilder,
die so gemalt sind, als wären sie durch eine enge
Öffnung empfunden.

Das Auge ist beim Betrachten durch ein Schlüsselloch
inseinernalürlichen Bevvegimggehemmt.
Es vermag im wesentlichen nur in einer einzigen
Richtung zu sehen. Uneingeschränkt würde es
sich — wie die Wissenschaft festgestellt hat—
unwillkürlich über den zu erfassenden Gegenstand
hin und her bewegen, wobei es sich annähernd
um ein Bewegungszentrum drehen

würde. Das gilt natürlich für beide Augen. Diese
schnellen Bewegungen um den sogenannten
Augendrehpunkt kommen uns im allgemeinen
nicht zum Bewußtsein, und das hat dazu geführt,
daß man lange vermeint e, das Auge arbeite beim
Sehen wie die Linse eines Lichtbildapparates.
Versucht man nun, durch ein Schlüsselloch
Gegenstände zu betrachten oder eignet man sich
die Fähigkeit an, die Umwelt auch ohne enge
Olfnung mit starren, festgehaltenen Augen anzusehen
,so wird man Überraschtsein, wie deutlich
sich die Ähnlichkeit mit modernen Bildern ergibt
. Die Helligkeit ist wie bei diesen auf eine
Hauptrichtung, die des starren Sehens, gesammelt
, der Rand dementsprechend wesentlich
matter als gewöhnlich gestaltet. Woher mag

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