Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 156
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LOTTE REINIGER. AUS DEM SILHOUETTENFILM „DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED1

wegen der Eigenart ihrer Ausführung, wegen
ihrer Phantasie und ihrer technischen Vollendung
eine künstlerische Würdigung.
Was diesen Silhouetten ihren letzten Wert und
ihre eindringliche Bedeutung verleiht, das ist
die starke durchgehende Einheitlichkeit, das
sichere organische Stilgefühl, dem sie ausnahmslos
entsprungen sind. Eine gute Tradition kam
in ihnen zum Ausdruck. Europäisches vereinte
sich mit den javanischen Schauspielsilhouetten.
Was entstand, mag nicht frei von einem gewissen
weiblichen Geschmack, fast möchte man sagen:
von einem modischen Zug sein. Was tut es in
diesem Fall, wo ein Gebilde höchster Anmut
entstand, das zudem aus sparsamsten künstlerischen
Mitteln geschaffen worden ist.
Die agierenden schwarzen Scherenschnitte werden
zumTeil in ihrer atmosphärischen Wirkung

unterstützt durch ein, zwei andere abgeschattete
Silhouetthintergründe in lichtem oder dunklem
Grau. Die so entstandene Tiefenwirkung tut
der künstlerischen Einheit keinen Abbruch. Die
schwarzen Figuren, Tiere und Pflanzen behalten
ihre primäre Ausdruckskraft, die durch die
schemenhafte Transparenz der umgebenden
Kulisse nur unterstrichen wird. Jene zweite
Schicht blaßschattiger, ebenfalls ausgeschnittener
Architektur, Pflanzen oder Wolken führt
nur eine geisterhafte luzide Existenz, die den
grellen weißen Untergrund mildert und durch
ihre Zwischentöne die große Geschlossenheit
des Bildes erst bewirkt.

Stil haben diese Scherenschnitte in der skurrilen
und zugleich graziösen Eigenwilligkeit ihrer
Konturen. DerorientalischeStofFmagderKünst-
lerin zu Hilfe gekommen sein, aber schließlich

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