http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0209
PETER KRAFFT. ZEICHNUNG
EIN ÖSTERREICHISCHER FRANZ KRÜGER
PETER KRAFFTS WANDBILDER IN DER WIENER HOFBURG
Im Jahre 1825 erhält Peter Krafft von Kaiser
Franz den Auftrag, für den Hauptsaal der
Reichskanzlei drei große Wandbilder zu malen.
Als Themen werden gewählt: „Des Kaisers
Rückkehr nach der Schlacht von Leipzig",
„des Kaisers erste Ausfahrt nach langer Krankheit
" und „der Empfang des Kaisers in der
Hofburg nach der Rückkehr von Preßburg".
Um die Mitte des Jahres 1826 beginnt Krafft
die Arbeit an den Wänden. Und bis zum
Jahre 1833 entstehen die drei über sechs Meter
langen Gemälde, für die aus der Privatkasse des
Kaisers 12000 Gulden ausgeworfen sind. Der
Auftrag ist höfisch, dem Besteller und seinem
Inhalt nach. Es sind die heroischen Momente
1809 und i8i4 aus dem Leben des Monarchen
und es ist ein persönlicher Augenblick des
Jahres 1826, der gerade durch seine unmittelbare
Gegenwärtigkeit aktuell ist. Es sind die
Momente feierlich-öffentlicher Repräsentation,
die Momente des Auftritts vor der Welt, die
Krafft mit lebensgroßen Figuren, auch in einer
repräsentativ großen Dimension des Formats
darzustellen aufgetragen sind. Es sind die Momente
der unmittelbarsten, offenbarsten Wirkung
des Monarchen. David malt, kaum zwei
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