Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 191
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VINCENT VAN GOGH. BAUER MIT STROHHUT

DIE ZEICHNUNGEN VAN GOGHS

ZUR AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHANDLUNG OTTO WACKER, BERLIN

In Berlin, wo die Kunsthandlungen aas dem
Boden schießen, hat sich der neue Kunstsalon
Olto Wacker mit einer bemerkenswerten Veranstaltung
eingeführt. Zum ersten Mal seit über
2oJahren bekommt man in Europa eine so große
Ausstellung von Zeichnungen van Goghs zu
sehen. Durch die Unterstützung des bekannten
holländischen Van-Gogh-Forschers De laFaille,
der in diesen Tagen das große Katalogvverk
herausgibt, konnte eine respektable Anzahl von
Blättern aus dem Besitz des Van-Gogh-NefFen,
sowie von deutschen und Schweizer Sammlern
vorgeführt werden.

Die Blätter geben einen grandiosen Uberblick
über das Schaffen und die Entwicklung des
Künstlers, wie ihn keine Ausstellung der Gemälde
verschaffen könnte. Was aber noch mehr
bedeutet, ist der tiefe Einblick, den sie in das
Wesen dieses Großen tun lassen und die Wichtigkeit
dieser Einblicke für die künstlerische
Arbeit unserer Tage.

Hier revidiert man erschrocken seine bisherige
Meinung über van Gogh. Allzusehr war man
immer geneigt, in seinem Werk nur einen einmaligen
großartigen Fall manischer Besessenheit
zu sehen. Eine nähere Betrachtung dieser sich
über ein Jahrzehnt erstreckenden Blätter zeigt
zwar eine zur Ekstase neigende jünglinghafte
Künstlernatur,— zugleich aber einen Meister,der
ehrfurchtsvoll von dem Gedanken der großen
Tradition europäischer Kunst ergriffen war. Die
Berufung so zahlreicher malerischer Dilettanten

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