Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 227
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WALTER SCHULZ-M ATA N

Die Entwicklung dieses Malers umfaßt noch
nicht einmal acht Jahre. 1889 ist Schulz-Matan
in Apolda geboren, aber erst 1920 war er so
weit, daß er in München zu malen anfangen
konnte. Eine außerordentlich trübe Kindheit,
ein wildes, an Lebenskämpfen überreiches Wanderleben
und Sichdurchschlagen von einem Tag
zum andern, zuletzt der Krieg, verhinderten
ihn daran, seiner Berufung zu folgen. Den Drang,
Maler zu werden, hatte er schon als Kind verspürt
, bevor man mit roher Gewalt einen Bäckerlehrling
aus ihm machte, und immer, wenn ihn
die drängende Lebensnot auf ein paar Stunden

Die Wiedergabe der Bilder dieses Aufsatzes erfolgt mit Genehmigung
der Galerie Neumann-INierendorf, Berlin.

zu Atem kommen ließ, hatte er sich autodidaktisch
zu bilden gesucht. Ein ganz kurzes Gastspiel
an der Münchener Kunstgewerbeschule machte
ihn, wie er es ausdrückt, „zum Feinde des
Kunstdrills".

Hier liegt also ein Fall vollkommener und ungestörter
Selbstlehre vor; ein Fall, der ohne Einschränkung
zugunsten des Autodidakten und
für die Uberflüssigkeit der Akademien spricht.
Man könnte eine Liste von Künstlern aufstellen,
deren Entwicklung für das gleiche Resultat zeugt,
und man würde damit einen erheblichen Teil
unserer wirklich schöpferischen erfassen. Dabei
ist allerdings noch hinzuzufügen, was Andersen
seinem Märchen vom häßlichen jungen Entlein

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