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EUGEN SPIRO. SCHLAFENDE
Berliner Secession
vielen hundert Jahren bei den mäch Ligen Königen
in großer Achtbarkeit gewesen, denn sie mach len
die fürtrefflichen Künstler reich und hielten sie
würdig, denn sie erachteten solche Sinnrichtigkeit
für ein Schaffen, gleichförmig dem Gottes.
Denn ein guter Maler ist inwendig voller Figuren,
und wenns möglich wäre, daß er ewiglich lebte,
so hätte er aus den inneren Ideen, davon Plato
schreibt, allzeit etwas Neues durch die Werke
auszugießen. Vor vielen hundert Jahren sind
annoch etliche berühmte Maler gewesen, als mit
Namen: Phidias, Praxiteles, Apelles, Poliklet,
Parrhasius, Lisippus, Protogenes und die anderen
, deren einige ihre Kunst beschrieben und
zumal kunstvoll angezeigt und klar an den Tag
gebracht haben, doch sind ihre löblichen Bücher
uns bisher verborgen und vielleicht gar verloren
gegangen — einst geschehen durch Krieg, Austreibung
der Völker und Veränderung der Gesetze
und Glauben, was da billig zu beklagen ist
von einem jeglichen weisen Mann. Es geschieht
oft durch die rohen Unterdrücker der Kunst,
daß die edlen Ingenia ausgelöscht werden, denn
so sie die in wenigen Linien gezogenen Figuren
sehen, vermeinen sie, es sei eitel Teuf elsbannung.
So ehren sie Gott mit etwas, das ihm widerwärtig
ist; und menschlich zu reden, hat Gott ein Mißfallen
über alle Vertilger großer Meisterschaft,
die mit großer Mühe, Arbeit und Zeit erfunden
wird und allein von Gott verliehen ist. Ich habe
oft Schmerzen, daß ich der vorgenannten Meister
Kunstbücher beraubt sein muß; aber die Feinde
der Kunst verachten diese Dinge." Merkwürdiger
noch ist eine ältere erste Fassung dieser
Stelle, in welcher Dürer seine Ansichten über
das Verlöschen der alten Kunst noch deutlicher
ausdrückt. Die Aufschreibung muß aus einer
Zeit stammen, in welcher die Einwirkung der
italienischen Renaissance im Sinne Mantegnas
in Dürer noch lebhaft nachklang, so daß er gar
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