http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0318
Einfluß; die kupfernen Reduktionen des Letzt- großen Gruppe noch ein wenig doktrinär;
genannten sind auf eigene Weise reizvoll. Der andere Stücke von ihm weisen auf Rodinsche
Preisträger Gerhard Mareks erscheint in seiner Vorbilder. Gute Porträtköpfe teils älterer, teils
neuerer Faktur stammen von
August Kraus, Ernst Wenk,
Fritz Claus, Richard Knecht,
Jussuf Abbo, Walter Oster-
mayer. Josef Thoraks Wachsbildnisse
erscheinen noch ein
bißchen forciert charaktervoll.
Die kleinen Tiere der Renee
Sintenis sind immer erfreulich.
Den Anteil Hannovers zeigen
ein guter Charakterkopf Georg
Hertings, ein ruhendes Mädchen
von Berthold Stolzer, ein paar
reichlich massierte Sandsteingruppen
von Christian Suffrian;
am stärksten bewährt sich eine
„Liegende" in Marmor von Hermann
Scheuernstuhl, der schnell
und sicher seinen Weg zu
machen seheint.
Was die Malerei anlangt, ist
man von dem diesmal befolgten
Hängeprinzip an einer Stelle begreiflicherweise
abgewichen: in
schuldiger Dankbarkeit ist den
toten und lebenden Groß würdenträgern
, Senioren und Repräsentanten
der alten Lehre, die
zur Zeit der Gründung des
Künstlerbundes vor 25 Jahren
das Regiment halte, ein Ehrensaal
eingeräumt worden. Zu Max
Klingers Andenken ist eine Reihe
von Studien und Frauenporträts
herbeigeschafft, die freilich vom
besten Wesen des Toten kaum
eine Andeutung geben. Max Liebermann
zeigt in einem frischblühenden
Gartenstück von 1926
mehr gesammelte Kraft als in
einem allzu reservierten Hinden-
burg-ßildnis. Max Slevogt ist
mit drei älteren Bildern zur
Stelle. Eine größere Kollektion
des Dresdeners Robert Sterl
gibt einen guten Begriff von der
Eigenart des Malers, der kräftig
bewegte Gestalten, Schiffszieher,
EDWIN S C H AR FF. FIGUR FÜR EINEN THEATERBAU Steinbrecher, Hüttenarbeiter in
Künstlerbund-Ausstellung, Hannover scharfes Licht ZU rücken liebt.
254
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0318