Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 278
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FARBLICHTMUSIK UND IHRE KORREKTUR

Vor einiger Zeit hatte man in München Gelegenheit
, A. Laszlo, den in München lebenden
Pianisten, seine Farblichtmusik vorführen zu
sehen. Nach kurzem,theoretischem Vortrage begab
er sich an den Flügel, spielte moderne, eigene
Kompositionen, während wandelnde Farben und
Formen im dunkelnden Räume auf die Leinwand
geworfen wurden, Formen, die im Rhythmus
ihrer Abwandlung ein Gesamtkunstwerk
mit der Musik bilden sollen. Diese dankenswerten
Versuche kamen um innerliche Wirkung
vor allem deshalb, weil der Komponist der
Farbsphäre kein standhaltender Maler war. Man
hätte hier einen Klee, einen Kandinsky (oder
Reichel, um einen abstrakten, musikalischen
Münchner zu nennen) zur Verfügung haben
müssen. Zudem aber ist der Schaltapparat oder
seine Bedienbarkeit noch so unvollkommen,
daß sich die Farbabwandlung nicht wirklich in die
Musik hineinlegt, vielmehr noch recht beliebig
neben ihr einhereilt. Wir glauben aber mit
Laszlo an die grundsätzliche Möglichkeit solcher
Verbindungskunst. Nur ist die Verbindung vorläufig
noch recht unvollkommen.

Da die Lichtmaschine vorläufig noch viel ungelenker
arbeitet als die Maschine eines modernen
Konzertflügels, müßte letzterer der sich anpassende
Teil werden und nicht umgekehrt. Zuerst
also müßte eine sinngesättigte Farbfolge tadellos
projizierbar dasiehn, und nun erst müßte
der Musiker zu diesem „Texte" eine Musik erfinden
. Selbst bei dieser umgekehrten Anpassung
bliebe dann noch nötig, daß sich der Musiker an
etwaige Zeitverschiebungen der Farbmaschine
anpaßt, wie der Begleiter an die Sängerin und
ihre Atempausen. Nur so könnten die Aussichten
wirklichen Zusammengehens wachsen. Immer
wichtiger aber wird hiebei die wirkliche Künstlerschaft
des komponierenden Malers, dessen
Farbabwandlungen schon ohne Musik ein köstliches
, geschlossenes Spiel bedeuten müssen,
genau so, wie ein gutes Gedicht bereits ohne
den Musiker entzückt. Dazu kommt, daß das
Visuelle in seiner Eigenkraft — noch dazu im
Dunkelraume! — ganz andre Vordringlichkeit
behält als beim Liede etwa der Klang des Wortes,
der durch den Klang der Musik immer ein wenig
zugedeckt wird. Dies führt wiederum auf das

FRITZ KOELLE. STIERKALB

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