Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 279
(PDF, 100 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0347
Primat des bildenden Künstlers bei diesem
Unternehmen nnd auf unsere Forderung,
daß dieser ersten Ranges sei.
Um sich einzuführen in die (hiervon allerdings
abweichende) Geschichte und Systematik
dieser Kombinationsversuche, kann
man zu Laszlos Buch greifen „Farblichtmusik
", Breitkopf & Härtel 1925. Hier
sind diese schwierigen Dinge noch nicht
endgültig geklärt, aber es ist reizvoll,
derartigen Problemen und Bemühungen
überhaupt zu folgen. Voraussetzung dieser
Kombinationskunst ist aber nicht, wie
meist, und auch bei Laszlo noch angenommen
wird, daß eine notwendige Zuordnung
zwischen einer Färb- und einer
Tonskala gefunden werden könne oder
müsse. Es besteht ja auch keine feste
Skalenparallelität zwischen einer möglichen
Wort- und Tontabelle, und dennoch
ist das Lied eine sinngesättigte Kombinationskunst
. Es ist hingegen Voraussetzung
solcher Kombinationskunst, daß
man überhaupt auf dem Boden derer
stehe, die an den steigernden Sinn von
Verbindungskünsten glauben, daß man
also nicht zu jenen absoluten Puristen
tritt, die alle Kunstsphären in unverbun-
dener „Reinheit" halten wollen, also
eigentlich schon das Lied, den Tanz zur
Musik, besonders aber die Opfer für
schädigende, sich ins Mehrdimensionale
verquickende „Mischungen" erachten.
Ganz unhaltbar ist der dekadente Bildungsstandpunkt
, daß die „gesunden",
primitiven Völker alle solche „Bindungen
der Künste aneinander" nicht besessen
hätten. Wer kultische Tanzsymbolc der
Primitiven kennt, weiß, daß das Gegenteil
der Fall ist. Eine andere, undekadente
Voraussetzung ist ebenfalls notwendig:
Man glaube daran, daß die sich ewig wandelnde
Geschichte alte Einheitsformen
fallen und ganz neue erstehen lassen kann,
sobald ungestillte Bedürfnisse der Zeit
danach drängen.

Es müßte irgendwo Gelegenheit geschaffen
werden, daß alle, die an diesem Problem
arbeiten, einmal nacheinander aufführen
können, so in Deutschland z. ß.
Flirschfeld-Mack, der in Verbindung mit
dem „Bauhaus" seit langem an gleichen
Problemen praktisch arbeitet. Roh

F.KOELLE. BERGARBEITERKIND

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