Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 288
(PDF, 100 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0358
Festspielhaus. Die Aufgabe war ebenso schwierig
als anreizend. Einem gänzlich unarchitektonischen
Saal, der ehemals ein Hof war, sollte die
fehlende Raumwirkung durch Malerei gegeben
werden. Die Lösung konnte nur eine malerische
sein, für die Faistauer kraft seiner malerischen
Qualitäten von vorneherein die stärkste Neigung
mitbrachte. Wenige Versuche monumentaler
Wandmalerei sind in unserer Zeit unternommen
worden, die sich in der Kühnheit, mit
der Faistauer unmittelbar aus der Konzeption
schuf und in der Meisterung der alten Freskotechnik
mit diesem Werke messen können. Die
Wahl der Darstellungen und ihre Sinnbildlichkeit
entspricht dem Zwecke des Hauses. Faistauer
malle Theater, weltliches und geistliches,
und weil das Theater nur Widerschein des Lebens
ist, so läßt er das Leben, eingesponnen in
einen lyrisch - romantischen Naturrahmen, in
vielen bunten Szenen in seiner Universalität

LUDWIG DASIO.
Ausführung und Verlag L. Chr. La

vorüberziehen: den Bettler und den König, den
Handwerker und den Bischof, Gute und Böse,
Irdische und Himmlische, ein Kaleidoskop des
Lebens, eine Symphonie der Farbe.
Faistauers Fortentwicklung ist zu lebendig und
seine produktive Kraft zu stark, als daß nicht
das Fresko unmittelbar auf die Ölmalerei Einfluß
genommen hätte. Die Farbe erscheint in
den jüngsten Ölbildern ohne Schmälerung der
Leuchtkraft gelockert und aufgehellt, dafür aber
ist eine starke Formgebundenheit wirksam geworden
.

Was eingangs schon gesagt wurde, vor allem
ist es die Ausgerich tetheit und das künstlerische
Gewissen, die seltene Logik und Konsequenz
einer künstlerischen Entwicklung, die in der Zeit
allgemeiner Desorientierung für Faistauer einnimmt
. Sie müßte ihm eine entwicklungsgeschichtliche
Bedeutung in der deutschen zeitlichen
Malerei begründen. Dr. Kai Mühlmann

DÜRER-TALER

er, Münzprägeanstalt, Nürnberg

288


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0358