Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 300
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OSKAR VON SCHAB. GESPRÄCH. AKADEMIE, BERLIN

heims und einer Mutter mit Kind. George Groß
beweist in seinen Porträts wieder seine zeichnerische
Sicherheit, ohne von einer akademischen
Starre loszukommen. Sein Porträt des
Dichters Max Herrmann-Neisse fesselt durch
Virtuosität, bleibt jedoch tot und sagt nichts
vom Wesen des Dargestellten aus. Krauskopf
stellt erstaunliche, im großen Zughingepeitschle
Bilder aus, angesichts derer man wieder von
neuem bedauert, wie hier ein starkes Talent
durch bequeme Flüchtigkeit beeinträchtigt wird.
Kokoschkas „Pariser Platz" ist ein unglückliches
Bild dieses sonst so visionären Malers. Das
Objekt „Berlin" entzieht sich seinem phantastischen
Vortrag, und das Gebäude des Reichstags
etwa verwandelt sich unter seinem Pinsel

in eine wesensfremde Moschee. Unter den
Jüngeren trifft man auf einen Hamburger Heinrich
Stegemann mit einer hellen Flachlandschaft
und einem vorzüglichen Kinderporträt.
Weiterhin muß vor allem auf den sächsischen
Maler A. W. Dreßler hingewiesen werden, der
mit erstaunlichem Temperament und scharfem
Sinn für das Kleinmenschliche wirklichkeitsnahe
Porträts schafft, die manches Geheimnis
unserer Zeit verraten. Rudolf Schlichter, der
sich immer mehr von der Zeichnung zur Malerei
hinwendet, zeigt mit dem Bildnis Alfred
Döblins einen der stärksten Port rät köpfe der
Ausstellung. Uberhaupt scheint es, als läge das
Hauptverdienst der neuen Bewegung in der
Malerei darin, daß eine Bildniskunst von pein-

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