Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 57. Band.1928
Seite: 303
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WILHELM SCHMID. LANDSCHAFT AM MITTELMEER. AKADEMIE, BERLIN

licher Gewissenhaftigkeit herauf geführt wird,
die zwar manchmal durch Trockenheit langweilt
, jedoch eine Gemeinschaftsbasis schafft,
auf der allein eine solche Kunstgattung erwachsen
kann. Wir vermögen es durchaus nicht als
bedauerlich anzusehen, daß man auf eine große
Reihe von ähnlichen Menschendarstellungen
stößt, aus denen man nicht immer die dahinter
stehenden verschiedenen Malerpersönlichkeiten
herauslesen kann. Denn es scheint heute notwendiger
, daß Straffheit, Klarheit und vor allem
Hingabe an das Objekt herangebildet wird, als
daß man den Privatfall irgend einer Individualität
herausliest. Dies gilt nicht für die Großen,
deren Vorrecht es ist, eigene Wege zu gehen,

sondern für den guten Durchschnitt, der durch
solche Bewegungen in die Bahn einer lebendigen
Tradition gebracht werden kann. Deshalb
brauchen die Porträts nicht gerade auszusehen,
als wären sie vor 100 Jahren von einem Naza-
rener gemalt.

Unter den starken Vertretern der guten sachlichen
Bildniskunst sind vor allem zu nennen:
Otto Freytag, der Hannoveraner August Heit-
müller, der anscheinend sehr junge Dresdner
Herbert Seemann, Christian Schad und ein
Württemberger Kurt Weinhold, — wie man
sieht, eine Reihe Maler, deren Bekanntschaft
man in den meisten Fällen hier zum erstenmal
macht.

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