http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_57_1928/0380
GUSTAV HILBERT. SCHWEINESTALL. AKADEMIE, BERLIN
Eine neue Begabung ist auch der Hoferschüler
Ernst Wilhelm Nay mit seinen Figurenbildern,
der schon bekanntere Otto Nagel mit seinen
unsentimentalen und einfüblungsstarken düsteren
Proletariern und Eduard Bischoff mit einem
Mädchen mit Kind. Franz Xaver Fuhr sah
man schon besser vertreten. Stilleben findet
man von Max Pfeiffer-Watenpuhlund in starker
Konzentration und feinem Farbgefühl von
Fritz Schneider und Oskar Gawell. Schließlich
sind noch der ernste schwere Oberländer Hans
List und Bernhard Flasler zu erwähnen.
Die Plastik, die meist der Lichtpunkt in den
heutigen Ausstellungen ist, schneidet hier nicht
ganz so gut ab. Für den 60jährigen August
Krauß hat man eine Kollektivausstellung veranstaltet
. Christoph Voll zeigt ein Selbstbildnis
und vor allem die wuchtige erdnahe besonders
eindrucksvolle Gestalt einer Badenden.
Fritz Koelle führt wieder zwei seiner Bronzeköpfe
vor. Der Holzschnitzer Hitzberger zeigt
mit warmer Liebe Gestalten von gedrungener
Menschenphantastik. Eine der zartesten und
anmutigsten Skulpturen ist die kleine Bronze
„Erschreckende" des Düsseldorfers Johannes
Knubcl. Bruno E. Werner
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