Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 58. Band.1928
Seite: 74
(PDF, 76 MB)
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OSWALD WOELKE. AUS EINEM GARTEN IN DORTMUND

ZU DEN GÄRTEN "VON OSWALD WOELKE, DÜSSELDORF

In noch größerem Maße als beim Bau des Hauses
muß bei der Lösung der Gartenfrage auf
vorhandene Landschaft, Gelände und Umgebung
Rücksicht genommen werden. Der Garten
ist in der Tat die ins Freie fortgeführte
\\ ohnung des Menschen geworden. Wir müssen
uns daher auch daran gewöhnen, wie im
Hause, so auch im Garten räumlich zu denken
und zu fühlen und wirkliche Gartenräume zu
schallen.

Unsere Bilder zeigen zwei, verschiedene Gärten.
Bei der ersten Anlage (Abb. S. 74—76) entwickelt
sich das Wasserparlerre aus einer Seitenachse
desVV ohnhauses. Von diesem aus führen
Stulen herab zu einem Wasserbecken, welches
seine Fortsetzung in einer stufenartig sich nach
hinten erhöhenden Kaskade findet; Rasenwege
begleiten sie und Heckenbögen umsäumen das
Ganze.Während der Blick zur Rechten auf die
durch einen schattigen Laubengang begrenzte
Rasenfläche schweift, grüßen zur Linken Stauden
und Rosen herüber. Die Abbildung Seite 76
oben läßt in dem gleicheiiGarteii den räumlichen

Abschluß des Vorgartens am Hause gegen den
übrigen Gartenteil erkennen, ein versenkt angelegter
runder Rosengarten (S. 76 unten) üA er-
bindung mit einem Buchenlaubengang schließt
sich an. Die zweite Anlage (Abb. S.77) gibt einen
innerhalb eines größeren Parkgeländes architektonisch
gegliederten Gartenteil wieder, welcher
von der Mittelachse des Hauses ausgehend auf
einem leicht abfallenden \^ ieseneelände ausse-

o o

bildet wurde. In einzelnen Terrassen fügt sich
der Garten in das vorhandene Gelände ein; seitlich
sind Terrassen durch höhere, zum Teil immergrüne
Pflanzung so eingefaßt, daß die Anlage
räumlich begrenzt wirkt. Vorhandene Wasserquellen
ließen die Anordnung eines größeren
Beckens ratsam erscheinen und dieses ist nun in
seiner etwas vertieften Lage zum Mittelpunkt der
ganzen Anlage geworden. Die Anlage erweitert
sich nach hinten zu einem besonderen Blüten-
garten, welcher beiderseits durch einen Buchen-
laubengangräumlich begrenzt wird. Als Abschluß
der großen Achse dient die Garlenhalle (S. 77
unten) mit angrenzendem Spalier.

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