Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 58. Band.1928
Seite: 81
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HAUS BERGFRIED. L A G E P L A N. F LI E G E R A U F N A H M E

DAS HAUS BERGFRIED BEI SAALFELD, THÜRINGEN

Sicherlich hat eine schöne Landschaft in der
Fülle ihrer natürlichen Besonderheiten auch auf
die Werke von Menschenhand, die in ihr entstehen
, einen heitern und belebenden Einfluß.
Darnach müßte das Tal der mittleren Saale eine
wahrhafte Schatzkammer von anmutigen und
zierlichen Bauten darstellen. Denn die Natur
hat vieles hier vereint, um eine Szene von gewinnendem
Reize zu schaffen: lange Ketten
schönbewaldeter, geschwungener Hügel, einen
in eigenwilligen Windungen wandernden Strom,
drüben Wiesen, Felder, Dörfer mit roten Ziegeldächern
, Gehöfte und Brücken. Vor allem aber
die Städte und Städtchen, wo der Kirchturm über
den Marktplatz aufragt, wo sich Dach an Dach
in romantischem Kubismus über den Mauern
an- und ineinanderschiebt, diese steinernen
Lehrbücher einer jahrhundertelangen raumgestaltenden
Meisterschaft, wo alle die Fragen

moderner Theorie, Monument und Platz, offne
und geschlossene Bauweise, Vertikalismus des
Straßenbildes und andere mehr schon mit leichter
Hand aufs überzeugendste gelöst sind.
Wir haben heute den Weg zu diesem Erbe der
Vergangenheit gefunden. Nicht in engherziger
Abhängigkeit von den Schöpfungen unserer
Altvorderen, um das Gesetzmäßige ihrer ungeschriebenen
Doktrin in neue Formeln zu
bannen, um uns mit dem äußeren Kleid ihrer
Phantasie zu behängen. Als Helfer und Anreger
kann auch das lebensvollste Erzeugnis alter Zeit
das moderne,dem Sachlichen zugewandteKunsl-
empfinden nicht ersetzen. Aber es soll dieVor-
stellungskraft auf das in Form und Werkstoff
Echte, Organische hinlenken. Ein Hauch unverfälschter
Fleimatkunst kann und wird in Arbeiten
dieses Geistes wiederkehren. Und sie werden
damit Sammelpunkte und Träger einer

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