Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 58. Band.1928
Seite: 113
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ARCHITEKT JULIUS GREGORY, NEW YORK. LANDHAUS CHAMBERS BEI NEW YORK

matisch jene Ideen pflanzte, die viel später zur
Gründung des sog. Bauhauses führten, gilt schon
als der Meister der Richtung. In Deutschland
sind es zunächst Maler und Bildhauer, die sich
dafür interessieren: Schultze-Naumburg, Pan-
kok, Paul, Riemerschmid, Krüger, vor allem
aber Obrist und Rndell. Die beiden letzteren sind
die Radikalsten. Kndellschmückledamalsdievon
ihm gestaltete Fassade eines Gebäudes an der
Von-der-Tann-Straße in München(es beherbergt
das Pholographische Atelier Elvira) mit einem
jeder Tradition baren Ornament, das der naive
Betrachter für ein stilisiertes Meerungeheuer,
für eine Riesen-Molluske hält. Aber die Eingeweihten
wissen es besser: dieser Riesenschnörkel
in farbig gefaßtem Stuck ist die bildnerische
Interprelierung der modernen Frauenbewegung
.

Den Schülern und zumal den Schülerinnen
Obrists, den begeisterten Adepten aus den
Lehr- und Versuchswerkstätten an der Hohen-
zollernstraße, leuchten solche gewagte Experimente
ohne weiteres ein. Denn auch bei
ihnen wird von ihrem Meister und dessen getreuem
Adjutanten und späteren Nachfolger in
der Leitung der Lehrwerkstätten, von Wilhelm
von Debschitz, in diesem Sinne neues
Kunstgewerbe gelehrt und werden ähnliche
neue Formen heraufbeschworen. Übrigens
war das Wort Kunstgewerbe im Umkreis
Obrists verpönt; man sprach dort ausschließlich
von angewandter Kunst und schätzte sie

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