Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 58. Band.1928
Seite: 206
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RUDOLF LORENZ, WIEN. RUHERAUM EINER DAME

RUDOLF LORENZ UND SEINE ARBEITEN

Als Rudolf Lorenz nach Beendigung des Krieges
, den er ati verschiedenen Fronten während
seiner ganzen Dauer als Offizier der österreichisch
-ungarischen Armee, zeitweise unter
reichsdeul schem Oherkom mando sl ehend, ebenso
lälig wie leidend, mitgemacht halle, heimgekehrt
war, empfand er das uuunlerdrückhare
Verlangen, am Wiederaufbau zerstörter Kulturgüter
praktisch mitzuarbeiten. Er halle
Hunderte zerschossener und niedergebrannter
Siedlungen, Tausende gänzlich vernichteter
Wohnstätten gesehen und wollte nun, seit jeher
von starkem Kunstempfinden beseelt, eingedenk
des Geschauten und der Tatsache, daß
alle allgemeine Gesittung und Kultur von der

Pflanzstätte des kultivierten Heimes ausgeht,
Wohnungen für Menschen schaffen, die es
letzteren ermöglichen, durch das Mittel angewandter
Ästhetik, sozusagen realistische Ideale
zu verwirklichen. Um seinen Zweck zu erreichen
, verband er sich zunächst mit dem einen
und anderen modern gesinnten Architekten,
erkannte jedoch bald, daß Formenphantasie einfallsreicher
Entwerfer nicht die Voraussetzung
zur Erreichung des von ihm Angestrebten bildet
, sondern die handwerkliche und maschinentechnische
Möglichkeit der Ausführung irgendwelcher
Entwürfe im jeweils zu wählenden
Material; wobei es sich von selbst verstand, daß
die Entwürfe den zeit gemäßen Anforderungen

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