Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 58. Band.1928
Seite: 226
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WILLIAM L.DUNKEL, DÜSSELDORF. WOHNZIMMER

Ausstellung Düsseldorf

eines verwöhnten Junggesellen", das „Zimmer
eines Bibliophilen",der „Schlafraum einer Dame
von Welt", wie der Katalog sie nennt, scheinen
uns nicht an erster Stelle zu diesen Aufgaben zu
gehören. Freilich dürften in einem Gesamtbild
deutscher Innenraumkunst auch solche Räume
nicht fehlen, aber leider ist dieser Stil einer
luxuriösen breitesten Lebensführung, der die
Begriffe „Wohnungsnot" und „Billigkeit" unbekannt
sind, in der Ausstellung der herrschende.
Zuweilen nehmen die Räume sogar eine Wendung
zum Ubermondänen. Wo baut man heute
noch Häuser, die solche Riesenhallen und Riesenräume
haben? Wo sind die Menschen, die den
Luxus dieser gewählten Hölzer und kostbaren,
mühseligen kunstgewerblichen Arbeiten bezahlen
können?

Dagegen vermißt man Beispiele und Vorbilder
jener räum künstlerischen Aufgaben, die sich
nicht im Geleise des Gewesenen bewegen, sondern
sich aus neuen Lebensbedürfnissen und

neuen Lebensformen notwendig ergeben. Wo
sind die vorbildlichen Räume moderner Sied-
lungs- und Arbeiterhäuser kleinen Maßstabes?
Wo ist jener Lebensstil vertreten, der auf der
Gesolei durch das „ Haus des geistigen Arbeiters"
von Fritz Becker so glücklich dargestellt war?
Woistdermoderne,reinsachlichenForderungen
genügende Büroraum ? Wo ist im einzelnen
Möbelstück jene auf simpelste Formen zurückgehende
Sachlichkeit, die wir heute verlangen?
Nur wenige Versuche in dieser Richtung sind
vorhanden. Karl Wach behandelt das Problem
des neuzeitlichen Speisewagens und gelangt darin
zu einer Lösung, die der doppelten Forderung
absoluter Zweckdienlichkeit und gleichzeitig
künstlerischer Vollkommenheit sehr nahe
kommt. Das „Wohnzimmer eines berufstätigen
Ehepaares" ist an sich ein dankbarer Vorwurf,
aber die Lösung von Harry Rosenthal kann
nicht recht befriedigen. Wo, außer in einem
selbsterbauten Eigenheim, ist solch ein kompli-

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