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durch Steigerung ins Primitive ist besonders
stark bei V. Planckh. — C. Hauserund Reinitz
ernten die Früchte jahrelangen Bemühens, durch
strenge Gesetzlichkeit den All tag zu übersteigen.
Es droht die Gefahr, daß nun die Bindung zur
Hemmung wird. Frieda Salvendy gelangt zu
Größe durch Aufbau der Flächen, ebenso
W. Eisenschitz, aber in stumpferen Farben.
Vonasek hat einige knapp zusammengestrichene
.Landschaften, Dr. Wagner ist suggestiv
besonders in ßlumenstücken, die im Dämmerblau
verschwimmen. Nur Peyer-Gartegen
kommt nicht recht zu Kraft der Farbe, Mayer-
Marton findetnicht den Ausgleich zwischen gesteigerter
Wirklichkeit und Dekoration. —
Harta zeigt die Reife der letzten Jahre. Sein
stürmischer Pinselstrich, deran Geheimes rührt,
die Gabe der Vereinfachung und der großangelegten
Komposition geben ihm einen hohen
Rang. — Die Bildhauer Dobner und Lew
gehen sehr verschiedene Wege. Dobner gestaltet
herrisch, mit klarem gotischem Stilwillen,
Low, die weichere Natur, wendet sich mehr
gegen Tanagra, läßt durch inniges Erfühlen
der Form Seelisches hindurchleuchten. - - Am
besten beweist sich die Einheitlichkeit des
Ganzen als Ergebnis langer Arbeit durch die
Werke Grafs, des langjährigen Präsidenten.
Der weiche Seidenglanz seines „Gardasees" ist
berückend und diesen Akkord hat er, nur weniger
reich differenziert, schon vor 25 Jahren
angeschlagen. Dr. Franz Ottmaiiii
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