http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0096
W. PEINER.
BLICK ÜBER DIE KIRCHE IN CRONENBURG (EIFEL)
in allen seinen Arbeiten das intensive Studium
der alten Meister, dem er sich lange Jahre gewidmet
hat. Nicht etwa nur in den Friihwerken,
die in Technik und Motiv bald an die niederländischen
Manieristen, bald an italienische
Quattrocentomeister denken lassen. Man spürt
den Einfluß dieser Studien auch in den späteren
Bildern, in denen die Anregungen stärker verarbeitet
und mit der bestimmter gewordenen
Persönlichkeit des Künstlers aufs glücklichste
verknüpft sind.
Die ersten Bilder, in denen Peiner ganz zu sich
selbst kam, waren Stilleben, zarte Kompositionen
mit Blüten, Früchten, Gläsern und Stoffen; mit
der Zeit hat er hier eine Leuchtkraft der Farbe,
eine bezwingende Realität in der Behandlung
des Stofflichen erreicht, die von großem Reiz ist.
Frauenbildnisse haben ihn dann zu künstlerischer
Gestaltung verlockt; in die Verschlossenheit
ihrer Züge dringt sein Blick ein, so daß uns ein
geheimes Leben oft genug aus diesen Antlitzen
anrührt, die auf den ersten Blick so kühl und
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