Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 69
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WERNER PEINER. HAUSGARTEN IN DER EIFEL

glatt scheinen möchten ... Viele dieser Bildnisse
haben landschaftliche Hintergründe; und
bald begann die Landschaft als Stoff an sich den
Maler stärker zu beschäftigen. Einzelne Ansichten
aus der Eifel und aus Italien waren schon
früher entstanden: nun aber — in den letzten
zwei Jahren etwa — hat Peiner ganz neue
Möglichkeiten aus dem Landschaftsbilde ge-
schÖ23ft. Das enge Gewirr aneinandergedrängter
Häuschen zog ihn zunächst an, dann aber immer
öfter die kühle Weite lichter Berglandschaften
. Ein wundervoller, reiner Zusammenklang
von Grün, Blau und W eiß tönt durch viele
dieser Bilder aus Bayern und Tirol; die wolkige
Graustimmung herber Eifellandschaften kehrt
wieder, ausgeweitet gleichsam. Aber noch war
eine leise Trockenheit, etwas überfest Gefügtes
in diesen Bildern; etwas von jener keuschen
glasklaren Härte, die die Landschaften der

Romantiker kennzeichnet. Die Bilder des letzten
Sommers haben nun auch dies überwunden.
Es ist schon bezeichnend, daß es fast durchweg
Rheinlandschaften sind, erlebt im Rheingau
und am Mittelrhein, wo das schwebende,
von dunstiger Feuchtigkeit durchdrungene Licht
alle Konturen weich und unbestimmt macht.
Diese neuen Bilder sind wunderbar aufgelockert
in der Farbe, die nun mit Vorliebe in
graugrünlichen Tönen spielt; sie sind von einer
neuen Weiche und Einheit in der lebendig bewegten
Bildform.

Es ist schön, wenn man am Werk eines Künstlers
so klar den Weg verfolgen kann, der ihn
zu sich selbst führt und der in allen seinen
Phasen die tiefste, selbstverständliche Verbundenheit
des Künstlers mit der Welt und
ihren Erscheinungen erkennen läßt.

Dr. Luise Straus-Ernst

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