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bei Jo~h.mii FriedricTi Gleditfcli.
DEUTSCHE ALMANAC H E UND TASCHENBÜCHER
In den Vitrinen unserer Großmutterzeit finden
wir manchmal noch mitten unter den schon
vergilbten Schätzen als liebes Andenken an entschwundene
Zeiten und Menschen zierliche
Büchelchenin Leder oderBuntpapier gebunden,
fast immer mit köstlichen kleinen Kupfer- oder
Stahlstichen geschmückt, aus der Zeit vor hundert
und mehr Jahren. Es sind Almanache oder
Taschenbücher, Zeugen einer alten Mode, die
im i8» Jahrhundert und in der ersten Hälfte
des folgenden in hoher Blüte stand.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte fand sich in
der Sammlerwelt wieder ein regeres Interesse
für diese besondere Spezies altertümlicher Modeliebhaberei
. Es sind eigene Menschen, vielleicht
mit den Kakteenfreunden zu vergleichen, die,
soferne sie nicht Snobismus leitet, eine fast altjüngferliche
Zärtlichkeit in ihre Leidenschaft
legen. Mit Argusaugen wachen sie über den geliebten
Schätzen, mißtrauisch, daß niemand
einen von ihren Lieblingen entführte. Es gibt
Liebhaber der Almanache, die im Laufe ihres
Lebens einen ganzen großen Schrank davon gesammelthaben
. Will man aber mit wissenschaftlicher
Neugierde Näheres über den Inhalt, die
Illustratoren, die Kupfer, die literarischen Mitarbeiter
wissen, so begegnet man meist verlegenen
Blicken: so lieb man seine Schätze auch
hat, so fand man doch keine Zeit, keine Lust,
oder man schob es immer wieder hinaus, sie
nach der Richtung hin zu bearbeiten. Woher
mag das wohl kommen? Wer's einmal mit ein
paar hundert Bändchen versucht hat, kann sich
den Grund wohl denken: es gehört nicht nur
ein sehr liebevolles Herz dazu, sondern auch
eine geduldige Hand, diese kleinen Formate in
ihrer WidersjDenstigkeit und Starrheit zu bändigen
, die kleinen Seiten auseinanderzuspannen,
sie in dem Durcheinander ihrer verschiedenen
Paginierung richtig zu zählen, die Kupfer auf
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