Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 134
(PDF, 106 MB)
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großen Dichter, die hier mit literarischen Beiträgen
vertreten sind: Goethe, Schiller, Lessing,
Wieland, Herder, Bürger, Claudius, Leopold
Wagner, Klinger, Jung-Stilling, Mahler-Müller
usw. Wie groß die Beliebtheit dieser Erscheinungsform
literarischer Produktion war, geht
daraus hervor, daß Goethe seinen „Hermann
und Dorothea" oder Schiller seine „Jungfrau
von Orleans" in Form eines Taschenbuches erscheinen
ließ. Manch kostbarer Leckerbissen
für den literarischen Feinschmecker ist hier zu
finden, so Nicolais,, Feyner kleyner Almanach"
von 1777 und 1778 mit den Titelkupfern von
Chodowiecki, den manals den literarischen Vorläufer
von Herders Volksliedern oder von Arnim
-Brentanos „Des Knaben Wunderhorn"
ansprechen kann. Durch manchen Erstdruck
einer Erzählung oder eines Gedichtes gewinnt
ein solch unscheinbares Bändchen an Bedeutung.
Zahlreich sind in dieser Beziehung die neueren
Jahrgänge mit Beiträgen von unseren besten
Romantikern ausgezeichnet: Arnim, Brentano,
E. T. A.FIoffmann, Hölderlin, Novalis, Schlegel,

Tieck. Das Beispiel dieser Großen verfehlte nich t
die Wirkung auf die Epigonen: allenthalben
finden wir in den Taschenbüchern die Mitarbeit
von Alexis, Arndt, Chamisso, Eichendorff,
Grill parzer,Immermann, Kerner, Lenau, Plat en,
Stifter, Unland, so daß das literarische Interesse
an dieser Spezies sich reichlich lohnen dürfte.
Nicht minder aber sind die Almanache und
Taschenbücher für die bildende Kunst bedeutsam
. Die verschiedenen Techniken der Illustrationskunst
finden an diesem Orte die reichste
Pflege, der Kupferdruck, der mit dem Ende des
18. Jahrhunderts, mit der französischen Revolution
und der sozialen Umgestaltung langsam
in seiner Wirksamkeit und Bedeutung erlosch,
immerhin aber noch bis ins zweite Jahrzehnt
des neuen Jahrhunderts sein Dasein fristen
konnte; der Stahlstich, der den Kupferstich
ablöste und mit seiner aus England herübergekommenen
glatten, eleganten Technik dem Geschmack
des Publikums sehr entgegenkam;
dann der Holzschnitt, der hier eine weniger
bedeutende Rolle spielte und fast nur in deko-

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