http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0182
ROBERT STERL. BEGRÄBNIS IN RUSSLAND
löster, unlösbarer Substanz. Er mutet seiner
Kunst keine Unmöglichkeiten, keine Ubersteigerungen
zu, was er malt und zeichnet, hat
Hand und Fuß, er trifft den Nagel auf den Kopf
oder läßt es. Ohne Pose wie der Maler ist diese
Kunst, schlicht, sachlich, in sich vollendet. Dabei
ist Sterl alles andere als Spezialist. Der Umfang
seiner Vorwürfe und Gestaltungen war
von Anfang an groß. Es ist naturgemäß in den
achtziger Jahren noch Erzählendes in den Bildern
, aber wie ist es bewältigt. Almlich wie bei
Menzel, den Sterl, vor allem als Zeichner, überaus
schätzte und studierte, paralysiert der Raum
bereits mit seiner kühlen Objektivität das Handlungsmäßige
, und die Farbe reduziert die Willkür
des Erlebens. In den neunziger Jahren findet
Sterl den Übergang zu Themen größeren
inneren Formates. Sterl war 1892 in Paris und
Holland gewesen, wo er Bestätigung seiner Absichten
fand, und kam 1893 nach Hessen, wohin
er viele Jahre den Sommer über zum Arbeiten
zurückkehrte. Das Leben auf dem Lande
unterArbeitern und Bauern macht seine Kunst
einfach und groß. Darstellungen wie der Mäher,
der Dengler, der Pflüger führen nicht zu Heroi-
sierung(Hodler)odersozialerKonfession(Millet),
sie bleiben ein Stück Malerei voll Natur- und
Lebensnähe. Und dann arbeitet sich Sterl an
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