Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 182
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ANDRE DERAIN.

Phot. Coli. Paul Guillaume

PORTRÄTKOPF

vollen Realismus Degas, die liebliche Strenge
Puvis de Chavannes, die tragischen Gestallen
Grecos, die Eleganz der Linie ägyptischer Reliefs
, das strenge Maß Mantegnas, die mystische
Erscheinung Odilon Redons und den starken
Reiz der indischen Kunst. Doch seine Phantasie
ist unersättlich und immer weiter wird
der Kreis der zu erforschenden Kulturen. Von
der Mystik der Inder kommt er zu den Meditationen
der alten Chinesen, zu der Virtuosität
der Japaner und zuletzt zu der dionysischen

Trunkenheit und den feurigen Rhythmen der
Neger und Mexikaner. Eine kritische Epoche
trat ein in dem Schaffen des Meisters. Er mied
den Sprung ins ungehemmt Subjektive, korrigierte
sich an wechselnd aufgenommener Erbschaft
und drohte in einem Meer von Tendenzen
unterzugehen. Es führte zu einer Katastrophe,
als in Derain Giotto mit den Negern rang und
das Chaos ward unabsehbar.
Da kam der Krieg und während sieben Jahren
war Derain Soldat. Keinen Pinsel hat er in

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